Was ist dark tourism?

Ein Ausflug nach Alcatraz. Eine Tour durch den Slum. Ein Selfie vor dem Atomkraftwerk. Immer mehr Menschen suchen nach alternativen Reiseerlebnissen. Sie möchten einen Ort authentisch erleben. Selbst wenn dieser etwas düster ist. Und inzwischen ist „dark tourism“ auch in Wien angekommen.

Verlassene Orte. Hässliche Häuser. Unheimliche Plätze. Makabre Ausstellungen. Wien hat viele dunkle Seiten, die längst nicht im Verborgenen bleiben. Das Verlangen nach Besichtigungstouren der etwas anderen Art wächst. Dabei verschmilzt historisches Interesse mit der Faszination des Geheimnisvollen und einem Hauch Voyeurismus. In der Wissenschaft wird das oft unter dem Begriff „dark tourism“ zusammengefasst. Im Mittelpunkt steht dabei die Besichtigung von Orten, Attraktionen und Ausstellungen, welche Tod, Leid oder Makaberes als Hauptthema haben. Die Palette reicht vom Friedhofspaziergang bis hin zu Katastrophengebieten, definiert die Universität Lancashire, die bereits ein eigenes Institut für Dark Tourism eröffnet hat.

Auch im deutschsprachigen Raum beschäftigten sich die Forscher mit dem Thema, wie die Universität Salzburg oder das Institut für Zeitgeschichte in München, und legen ihren Fokus auf Reisen zu Holocaust-Gedenkstätten. Neu ist das nicht. Schon in der Antike besuchten die Menschen berühmte Schlachtfelder und pilgerten zu Ehren des griechischen Totengottes Thanatos zu Gräbern. Bereits im 19. Jahrhundert wurden Friedhöfe ausführlich als Attraktion in Reiseführern beschrieben. Kritische Stimmen werfen Besuchern von dunklen Orten Sensationslust, die Jagd nach dem Kick und Pietätlosigkeit vor. Dark Tourism ist vielschichtig, komplex und polarisiert. Genauso wie seine Fans und ihre Motive. Ein paar davon werden hier aufgegriffen. Nämlich jene, die unter anderem auch zu den typischen Sehenswürdigkeiten von Wien zählen.

Dark Tourism: Die Top-5-Ziele in Wien

1. Stephansdom
2. Dritte Mann Museum
3. Zentralfriedhof
4. Peterskirche
5. St. Anna Kirche

Quelle: Tripadivsor